| Kategorie | Details |
|---|---|
| Seite im HH-Plan | - |
| Teilhaushalt | 4100 |
| Ergebnishaushalt | 2810-410 |
| Finanzhaushalt | - |
| Zuschussempfänger | CSD Karlsruhe e. V., Liebigstr. 10-12, 76135 Karlsruhe |
Änderungen und neue Mittelanmeldungen
| Art | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 | 2030 |
|---|---|---|---|---|---|
| Transferaufwendungen | 790 € | 790 € | - | - | - |
Antrag
Der Gemeinderat möge beschließen:
Die Stadt Karlsruhe sieht von einer Kürzung der Förderung ab, und erhöht die quasi-institutionelle Förderung des CSD-Vereins auf 6000 € pro Jahr (jeweils für die Haushaltsjahre 2026 und 2027).
Begründung:
Der Christopher Street Day (CSD) ist ein Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*, queeren, inter*, asexuellen, aromantischen und agender Personen (LGBTQIA+). Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte queerer Menschen sowie gegen rechtliche und soziale Diskriminierung bzw. Ausgrenzung und Verfolgung. Der CSD findet in Karlsruhe, dank ehrenamtlicher Initiativen, seit 2011 statt und hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem überregionalen Ereignis mit über 10 000 Teilnehmenden entwickelt. Das Familienfest, das einen großen Teil einnimmt, wird von Jahr für Jahr größer und aufwendiger. Der CSD ist das Highlight im queeren Jahreskalender und ein zentrales politisches Großereignis in Karlsruhe. Die geplante Kürzung könnten die zuverlässige Organisation für diesen wichtigen Tag bedeutend einschränken. Die Ausrichtung einer Großveranstaltung wie dieser erfordert großen finanziellen Aufwand. In den letzten Jahren sind die Kosten dafür stark gestiegen – seit 2019 um 150% auf inzwischen etwa 55.000 €. Die städtische Förderung blieb in diesem Zeitraum unverändert bei 5.790 €. Der CSD-Verein steht nächstes Jahr vor stark steigenden Kosten für die Veranstaltung durch Inflation. Es ist nicht möglich eine solche Veranstaltung rein durch Spendengelder zu finanzieren und professionell zu organisieren.
Desweitern ist es nicht möglich dafür Fördermittel zu akquirieren. Verschiedene namhafte Sponsoren sind über die letzten Jahre aufgrund des immer rauer werdenden Klimas gegenüber queeren Menschen abgesprungen. Gleichzeitig ermöglicht die Finanzierung durch die Kommune eine größere Unabhängigkeit von kommerziellen Sponsoren, die jederzeit ihre Unterstützung zurückziehen könnten.
Nach Außen schmückt sich die Stadt Karlsruhe gerne damit, einen großen CSD zu haben, weshalb die Kürzungen ein irritierendes Signal in die queere Community wären.
Unterzeichnet von:
- Tanja Kaufmann, Anne Berghoff, Fraktion Die Linke
- Fabian Gaukel, Adina Geißinger, Kien Nguyen Volt Fraktion