| Kategorie | Details |
|---|---|
| Teilhaushalt | 1200 - Ordnungs- und Bürgeramt |
| Ergebnishaushalt | PB 12 - Sicherheit und Ordnung; PB 1210: Statistik und Wahlen |
| Finanzhaushalt | – |
Änderungen und neue Mittelanmeldungen
| Art | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 | 2030 |
|---|---|---|---|---|---|
| Infozettel zu jedem Meldeschein | 150 € | 150 € | 150 € | 150 € | 150 € |
Antrag
Zur Veröffentlichung des Mietspiegels wird ein Infoblatt erstellt. Dieses enthält eine Zusammenfassung des Mietspiegels mitsamt eines Links zum Karlsruher Mietspiegelrechner, der rechtlichen Möglichkeiten für Mieter*innen, sowie Informationsstellen für kostenlose Mietrechtsberatung. Dieses Schreiben wird bei Anmeldungen der Meldebescheinigung beigefügt.
Sachverhalt und Begründung
Entwicklung der Mietpreise
Die Entwicklung der Mietpreise in deutschen Großstädten zeigt seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine kontinuierliche Steigerung, die sich 2025 weiter ausweitet. Aktuelle Daten belegen, dass die durchschnittlichen Quadratmetermieten in Metropolen wie Berlin, München und Frankfurt um 4,7–8,5 % über der allgemeinen Inflationsrate liegen, wobei in besonders nachgefragten Vierteln wie dem Münchner Glockenbachviertel eine Verdopplung der Mieten innerhalb eines Jahrzehnts zu verzeichnen ist.
Der Karlsruher Mietspiegel 2019 verzeichnete für 60m²-Wohnungen mit Baujahr zwischen 1996 und 2007, durchschnittlicher Lage und zweitschlechteste ("gute") Ausstattungs-Kategorie noch eine durchschnittliche Miete von 6,90 €, während der durchschnittliche Mietpreis laut Karlsruher Mietspiegel 2025 für eine vergleichbare Wohnung bereits bei 8,50 € lag.
Ursachen
Diese Entwicklung wird primär durch drei Faktoren getrieben:
- anhaltende Urbanisierung und Zuzug in Ballungsräume
- ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Wohnraumangebot und -nachfrage sowie
- die zunehmende Gewinnorientierung des Wohnungsmarktes
Die sozioökonomischen Folgen sind gravierend: Der Anteil einkommensschwacher Haushalte in innerstädtischen Vierteln sank zwischen 2015 und 2025 von 28 % auf 12 % (München), was auf eine fortschreitende Gentrifizierung und soziale Segregation hindeutet.
Gleichzeitig bleibt der Neubau von Wohnraum hinter der Nachfrage zurück, was durch lange Genehmigungsverfahren und hohe Baukosten verstärkt wird. Politische Maßnahmen wie Mietpreisbremse oder die Förderung von Sozialwohnungen zeigen bisher begrenzte Wirkung, da sie oft durch rechtliche Hürden oder marktgetriebene Umgehungsstrategien konterkariert werden.
Problematik in Karlsruhe
Die steigenden Mieten generell, aber auch die Ausnutzung des knappen Wohnraums in Karlsruhe sind gerade sozialpolitisch ein Problem. Es gibt den Karlsruher Mietspiegel, aber keine systematische Unterstützung bzw. Information an Mieter*innen, wie sie sich gegen zu hohe Mieten wehren können. Gerade Zimmer in WGs, aber auch möblierte Zimmer, sind hier ein besonderer Problembereich, da sie rechtliche Spielräume maximal ausnutzen.
Das ist gerade für eine Stadt wie Karlsruhe, mit vielen Studenten und Studentinnen und Auszubildenden, aber auch für Menschen in Sozialberufen, in anderen geringer bezahlten Berufen und letztlich auch für Karlsruhe als Wirtschaftsstandort eine Gefahr.
Durch diese Maßnahme erreichen wir jährlich ca. 7.000 Personen, eine kostengünstige aber sehr effektive Möglichkeit für fairere Mieten zu sorgen.
Inhalte des Infoblatts
Das Infoblatt sollte den Mietenden zur Verfügung gestellt werden und mindestens folgende Informationen enthalten:
- Mietspiegelrechner:
- sowie Anlaufstellen für z. B. (kostenlose) Beratungsstellen
Unterzeichnet von:
- Fabian Gaukel
- Adina Geißinger
- Kien Nguyen